Impfungen bei Kindern

Vorsorge und Impfung bei Kindern, hilft und schütz.Für ein gesundes LebenDie Schutzimpfung bei Kindern ist wichtig und eine der wirksamsten Vorbeugemaßnahmen. Ziel der Impfung ist der Schutz des Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit. Wenn ein großer Anteil der Bevölkerung geimpft ist, kann es gelingen, einzelne Krankheitserreger regional zu beseitigen und schließlich sogar weltweit auszurotten. So ist beispielsweise die endgültige Beseitigung der Masern und der Kinderlähmung ein realistisches Ziel nationaler Gesundheitspolitik und auch der Weltgesundheitsorganisation -WHO-.
Die Pocken, die noch im letzten Jahrhundert mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet haben, sind inzwischen vollständig verschwunden. Impfungen sind nicht nur für jeden persönlich von Nutzen, sie dienen der Gesundheit aller Menschen. Eine ausreichende Durchimpfung der Bevölkerung verhindert den Ausbruch von Epidemien.
Während bei Kindern fast immer ein ausreichender Impfschutz besteht, ist bei den Erwachsenen ein Rückgang zu verzeichnen. Impfungen bieten keinen lebenslangen Schutz, sie müssen nach einigen Jahren aufgefrischt werden. Dies sollten Sie tun.

Impfungen

Schutz vor Pneumokokken

Die Impfung gegen Pneumokokken - Hirnhautentzündung -meningitis- , Lungenentzündung , Mittelohrentzündung , Nasennebenhöhlenentzündung- wird für alle Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Bei Kindern und Jugendlichen sollte man diese Impfung bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung -Hiv-Infektion, nach Knochenmarktransplantation- durchführen. Der Impfstoff ist ein sogenannter Konjugat-Impfstoff, der bereits im Säuglingsalter bei guter Verträglichkeit einen wirksamen Schutz vor schweren Pneumokokken-Erkrankungen leistet. Dieser Impfstoff sollte nicht zusammen mit dem Meningokokken-Konjugatimpfstoff verabreicht werden.
Säuglinge und Kinder -vom vollendeten 2. Lebensmonat bis zum vollendeten 5. Lebensjahr- erhalten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff wie folgt:
Säuglinge ab dem vollendeten 2. Lebensmonat bis zu 6 Monaten: 3 Impfungen im Abstand von jeweils 1 Monat, gefolgt von einer 4. Impfung im 2. Lebensjahr
Ungeimpfte Säuglinge im Alter von 7 bis 11 Monaten: 2 Impfungen im Abstand von 1 Monat, gefolgt von einer 3. Impfung im 2. Lebensjahr
Ungeimpfte Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten: 2 Impfungen im Abstand von 2 Monaten
Ungeimpfte Kinder im Alter von 24 bis 59 Monaten: 1 Impfung


Masern, Mumps und Röteln

Sie sollten Ihr Kind ab dem 11. Lebensmonat gegen Masern, Mumps und Röteln -MMR- impfen lassen. Dies ist eine zweimalige kombinierte Schutzimpfung, die mit der Impfung gegen Windpocken kombiniert werden kann und sollte. Zwischen beiden Impfungen sollten vier bis sechs Wochen liegen.
Wenn ungeimpfte Kinder Kontakt zu Personen mit MMR haben sollten sollten sie innerhalb von 3 Tagen geimpft werden. Die Impfung sollte nicht zusammen mit dem Meningokokken-Konjugatimpfstoff gegeben werden.


Schutz vor Windpocken -Varizellen-

Diese Impfung sollte für alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr durchgeführt werden. Meistens wird die Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt; vorzugsweise gleichzeitig mit der MMR Impfung. Es gibt auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken-MMRV- Wird dieser Kombinationsimpfstoff verwendet, ist eine zweite Dosis erforderlich. Zwischen beiden Impfungen sollten vier bis sechs Wochen liegen. Die Windpockenimpfung kann auch später jederzeit nachgeholt werden. Die Impfung sollte nicht zusammen mit dem Meningokokken-Konjugatimpfstoffverabreicht werden.


Schutz vor Meningokokken

Eine Impfung für alle Kinder ab dem 12. Lebensmonat wird empfohlen. Bei den meningokokken gibt es 13 Untergruppen, von denen in Deutschland fast ausschließlich C und B vorkommen. Die Serogruppe B macht etwa 65 Prozent der Meningokokken-Infektionen aus. Gegen diese Untergruppe ist noch keine Impfung mööglich. Die Meningokokken-Konjugatimpfung schütz nur gegen Erkrankungen durch Meningokokken der Serogruppe C. Die meisten Krankheitsfälle treten im Säuglings- und Kleinkindalter und bei Jugendlichen auf. Bei der Meningokokken-Fälle der Untergruppe C ist der Anteil der Sterblichkeit und schweren Folgeschäden besonders hoch. Die Impfung ist gut verträglich und schützt wahrscheinlich lebenslang vor einer Infektion mit dieser Serogruppe.


Keuchhusten - Pertussis

Die Impfkommision hat eine Impfung von Säuglingen und Kleinkinder gegen Keuchhusten im Alter von 2, 3 und 4 Monaten und eine weitere Impfung zwischen 11 und 14 Monaten empfohlen.
Eine Auffrischung im Vorschulalter, 5 bis 6 Jahren mit einem TDAP-Kombinationsimpfstoffe - Tetanus, Diphterie,Azelluräre Pertussis sollte statt finden. Dabei sollte der Abstand zur letzten Tetanus Impfung mehr als 5 Jahre zurück liegen. Da die Imunitätsdauer sehr gering ist - ca. 10 bis 12 Jahre- sollten Auffrischungen im Alter von 9 bis 17 Jahren gemacht werden.

Vorsorge

Rotaviren

Der Schutz vor diesen Viren bei Säuglingen ist sehr wichtig, da diese schwersten Durchfall mit Erbrechen auslösen. Gerade bei Säuglingen ist die Gefahr des Austrocknens sehr gross und diese Impfung wird deshalb mittlerweile -seit 01.01.2008- in einigen Bundnesländern auch als Standartimpfung empfohlen.
Es ist eine Schluckimpfung und kann bei Säuglingen ab 6 Wochen gegeben werden. Sie sollte innerhalb der ersten 12 Monate 2 bis 3 mal gegeben werden; mit einem Abstand von mindestens 4 Wochen und die Grundimunisierung muss bis zur 26. Woche abgeschlossen sein.

Gebärmutterhalskrebs durch humane papillomviren -hpv-

Diese Impfung kann für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren durchgeführt werden. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren humanen papillomviren -hpv-, welche für die entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, zu verhindern. Damit soll die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle veringert werden. Die Impfung wird in 3 Injektionen innerhalb eines halben Jahres verabreicht. Es gibt jedoch noch weitere krebserregende Viren-typen bei den Papillomviren. Daher sollten trotzdem Vorsorgeuntersuchungen wie gehabt durchgeführt werden.
Aufgrund von einigen Nebenwirkungen, die bei Patienten, welche diese Impfung durchgeführt hatten aufgetreten sind, sollten Sie sich diese Impfung gut überlegen und die Entscheidung mit Ihrem Arzt abwägen.

Risikopatienten

Jugendliche, die zum Schüleraustausch oder Studium für längere Zeit in ein Land gehen, das eine generelle Impfempfehlung für Meningokokken der Serogruppe C hat, sollten auf jeden Fall die Meningokokken-Konjugatimpfung durchführen lassen; z.b. England, Spanien, Niederlande, Kanada-.
Ein besonders hohes Risiko für Meningokokken-Erkrankungen besteht in tropischen Gebieten, wo die Erreger der Gruppen A und C für epidemieartige Ausbrüche verantwortlich sind., vor allem südlich der Sahara vom Sudan bis zum Senegal sowie in Südamerika. Reisende in diese Länder müssen mit 2- bzw. 4-valentem Polysaccharidmpfstoff geimpft werden. Kinder unter 2 jahren bilden auf Polysaccharidimpfstoffe keine ausreichenden Antikörper weswegen ihre Reise nicht zu empfehlen ist.


Schutzimpfungen sind Pflichtleistungen

Seit dem 01.04.2007 sind Schutzimpfungen Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherungen. Nach § 20d sgbv haben Versicherte Anspruch auf Leistungen für Schutzimpfungen nach § 2 nr. 9 des Infektionsschutzgesetzes -ifsg-.


Schutz vor Grippe -influenza-

Kinder mit chronischer Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Niere sollten zusätzlich gegen Grippe geimpft werden. Dies ist bei Kindern ab dem 6. Lebensmonat möglich. Diabetiker sollte auch gegen Grippe geimpft werden.
Die Impfung gibt Schutz für ein Jahr und sollte im Herbst, also vor Ausbruch der alljährlichen Grippewelle, durchgeführt werden. Nicht geimpft werden sollten kinder mit einer Allergie gegen Inhaltsstoffe des Grippe-Impfstoffes oder einer Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiss.

Hilfeseiten

Tips

Kranke Kinder, Kinderimpfung